Das Bauchnabelpiercing

Das Bachnabelpiercing ist wohl (nach dem klassischen Ohrloch) das am weitesten verbreitete Piercing und gleichzeitig auch eines der Seltensten, denn während die meisten Frauen es tragen, ist es beim Mann selten zu sehen! Für viele ist das Bauchnabelpiercing sogar das Einstiegspiercing mit wenig Aufwand und schneller Abheilung und grenzenloser Schmuckauswahl. Das ist so aber nicht richtig und genau dort möchten wir mit diesem Artikel ansetzen. Das Bauchnabelpiercing ist eben nicht das ideale Einsteiger- oder Teenie-Piercing das man „mal eben so“ beim Einkaufsbummel piercen lässt. Es gibt eine Menge Faktoren, die es zu beachten gilt und auch durchaus Nabelformen und körperliche Voraussetzungen die dieses Piercing nicht zulassen (siehe Infokasten weiter unten).

Darüber hinaus ist die Abheilung nicht unkompliziert, denn der Bereich um den Bauchnabel ist im täglichen Leben fast ständig in Bewegung und unter Spannung, meistens eng von Kleidung umgeben und die Muskulatur die dahinter liegt arbeitet fast pausenlos – beim Gehen, Strecken, Bücken, ja sogar beim Sitzen. Also nicht unbedingt eine optimale Umgebung für ein Piercing um „in Ruhe“ zu heilen. Aber dazu später mehr wenn es um die Pflege des Bauchnabelpiercings und Tipps zur Abheilung geht!

Die Geschichte

Zuerst wollen wir kurz auf die Geschichte des Nabelpiercings eingehen. Gerade auf vielen Webseiten und in verschiedenen Publikationen wird die Legende der „am Bauchnabel gepiercten alten Ägypter“ immer wieder bemüht. Das ist schlicht falsch. Vor einiger Zeit war das sogar noch auf Wikipedia und anderen Lexika zu lesen und wir haben das seiner Zeit einmal zum Anlass genommen und recherchiert. Kein von uns befragter Fachmann konnte diese These belegen und meist wurde das sogar als Blödsinn abgetan. Dabei haben wir uns wirklich Mühe gegeben und neben der Internet Recherche in Archäologie Foren auch in verschiedenen Instituten angerufen und sogar eine lebendige Diskussion in einer Mailingliste ausgelöst. Ergebnis war, dass anscheinend im alten Ägypten der Bauchnabel nicht gepierced wurde. Verbannen wir diese These also in das Land der Mythen.

Bleibt die Frage woher kommt das Bauchnabel Piercing – haben doch zahlreiche Piercings ihren Ursprung in alten Kulturen oder in den Bräuchen der Naturvölker. Beim Bauchnabelpiercing scheint das anders zu sein, denn tatsächlich herausfinden ließ sich in der Richtung nur, dass der Nabel an sich in vielen Kulturen reich geschmückt und verziert wurde, dies aber eher durch Bemalung, Ankleben/Einkleben oder Bauchketten durchgeführt wurde und noch durchgeführt wird. Die ältesten Nachweise für ein Bauchnabelpiercing haben wir dann auch erst in der modernen Piercing-Bewegung finden können. In älteren Fotosets der 70er und 80er und schließlich in Gauntlets Piercing Magazin „PFIQ“ (Piercing Fan International Quarterly) – dort wurde das Bauchnabelpiercing 1986 in der Serie „Pierce with a Pro“ das erste mal ganz offiziell dem Fachpublikum vorgestellt.

Populär wurde das Bauchnabelpiercing allerdings unbestritten erst später durch verschiedene Popstars, Models und der letztendlich große Durchbruch zum Mainstream war dann wohl das Musikvideo „Cryin“ der Band Aerosmith 1993, auch wenn die dort dargestellte „Funktion“ als Befestigung für ein Halteseil beim Sturz von der Brücke eher realitätsfremd ist.

Das Piercing

Der Name Bauchnabelpiercing ist an sich schon ein wenig irreführend, da in der Regel nicht der eigentliche Nabel gepierced wird, sondern die Hautfalte die diesen umgibt (das Piercen des Nabels ist bei einen herausstehenden Nabel allerdings auch möglich). Wichtig ist es zu beachten, dass nicht alle Nabelformen für ein normales Bauchnabelpiercing geeignet sind. Daher sollte unter Umständen lieber auf das Piercing verzichtet werden, als dass man unnötige Komplikationen in Kauf nimmt. Wichtige Gründe, die neben der Form des Nabels (siehe unten) gegen ein Bauchnabelpiercing sprechen, sind verändertes Gewebe durch Schwangerschaften, Übergewicht, Hautkrankheiten und Operationsnarben. Schwangerschaften und Übergewicht können eine Schwächung des Bindegewebes und Geweberisse nach sich ziehen und die Hautstruktur so weit beeinträchtigen, dass ein Piercing selbst korrekt gestochen dennoch schief oder deplaziert wirken kann. Bei Übergewicht ist der Bauchnabel meistens derart unter größerer Belastung, dass ein Piercing dort wenig Chancen hat gut zu heilen. Darüber hinaus ist das Gewebe durch die dickere Fettschicht auch schlechter durchblutet was die Heilung zusätzlich schwerer und langwieriger macht.

Weitere Beeinträchtigungen können durch Krankheiten wie Neurodermitis, Schuppenflechte oder Akne hervorgerufen werden. Ist das Hautgewebe des
Nabels direkt betroffen, ist ein Piercing ausgeschlossen. Auch Erkrankungen der umliegenden Hautregionen können unter Umständen die Pflege eines Piercings durch die angewendeten Salben und Behandlung erschweren. Bei Narben, z.B. durch operative Eingriffe, muss von Fall zu Fall entschieden werden inwiefern diese eine negative Auswirkung auf das geplante Piercing haben. Ein wichtiger Punkt ist auch das Alter – die Untergrenze liegt beim Piercing allgemein ja (rechtlich) bei 14 Jahren. Allerdings sollte gerade beim Bauchnabelpiercing ein besonderes Augenmerk auf die körperliche Entwicklung gelegt werden. Gerade im Wachstum und der Pubertät liegt die Gefahr, dass das Piercing verwächst oder schief wird oder der Hormonhaushalt und das Immunsystem nicht zusätzlich mit einem Piercing belastet werden sollten.

Wie bei allen Piercings ist besonders auch die geistige Reife und Fähigkeit zur Verantwortung für das Piercing wichtig, denn das Bauchnabelpiercing braucht schon ordentliche Pflege und ist für die Eltern nicht so einfach „erreichbar“ wie ein Ohrlochpiercing. Die Obergrenze des Alters liegt in der Selbstverantwortung des Piercers. Nur um einen „Alters-Rekord“ zu brechen sollte man seine Omi nicht zum Piercer schicken.

Das Piercing an sich wird grundsätzlich im Stehen angezeichnet, dabei sollte der/die zu Piercende bequem und entspannt auf ebenem Boden stehen und weder den Arm heben noch den Rumpf drehen, beugen oder sonstige „Posen“ nachstellen. Je nach Vorliebe des Piercers werden Hilfslinien senkrecht oder waagerecht gezeichnet, die Nabelkontur nachgemalt oder einfach nur zwei Punkte gesetzt. Alles das sind Arbeitsweisen, die jeder Piercer für sich optimiert hat, also eine recht individuelle Sache. Wichtig ist es allerdings den Kunden mit einzubeziehen und die „Zeichnung“ am Spiegel zu erklären um eine Idee zu vermitteln wie und wo das Piercing sitzen wird. Bevor es mit dem Anzeichnen des Piercings losgeht ist allerdings eine gewissenhafte Reinigung und Desinfektion des Nabels und der umgebenen Haut erforderlich. Manch einer ist bei der Gelegenheit erstaunt wie tief der Nabel „rein geht“ und was man da noch an Reinigung nachholen konnte. Es gibt die schönsten Geschichten über den „Nabel, mein unerforschtes Körperteil“ aber darauf wollen wir hier nicht näher eingehen. Wichtig ist einzig und alleine die wirklich gewissenhafte Reinigung. Nach dem Anzeichnen geht es dann schon zur Tat. Das eigentliche Piercing wird sicher von den meisten Piercern unter Zuhilfenahme einer Gaze- oder Försterklemme vorgenommen um die zu piercende Stelle zu fixieren. Der Kunde liegt dabei auf der Piercingliege, in dieser „Stellung“ ist schnelles und sauberes Arbeiten am
einfachsten und sichersten. Näher auf hygienischen Rahmenbedingungen einzugehen ersparen wir uns an dieser Stelle. Mehr Informationen dazu findet man im Artikel „Wie finde ich mein Piercingstudio / Richtig Piercen“ in der Ausgabe Nr. 3.

Der Ersteinsatz

Für den Ersteinsatz sind mehrere Materialien und Schmuckformen möglich, diese sollten in Absprache mit dem Piercer festgelegt werden. In der Regel werden so genannte Bauchnabel-Bananas aus Titan eingesetzt also gebogene Stäbe mit ausreichend großen Kugeln als Verschluss.
Möglich sind aber auch flexible Teflonstäbe oder ein Ring. Letzteres findet meist dann Anwendung, wenn die Anatomie der gepiercten Stelle keine Alternative zulässt – also z.B. ein leicht herausstehender Nabel oder eine Kraterform des Nabels in der kein Stecker Platz findet.
Generell ist ein Ring als Ersteinsatz (wie rechts auf der Fotostrecke zu sehen) zwar oft gewünscht und auch möglich, birgt aber mehr Risiken und ein größeres „Hindernis“ während der Heilung. So klappt der Ring gerne unter der Kleidung zur Seite und beeinflusst so den Stichkanal, was zu einem schiefen Piercing führen kann. Darüber hinaus ist die große „Schlaufe“ des Rings der Ideale Fänger um daran hängen zu bleiben. Das ist nicht nur schmerzhaft, sondern kann auch den Stichkanal aufreißen, was ein Infektionsrisiko erhöht. Beste Ergebnisse für ein problemfreies Abheilen erzielt man erfahrungsgemäß mit der enger anliegenden Banane oder einem Teflonstab. Der im Ersteinsatz – genau wie der im ausgeheilten Piercing – getragene Schmuck hat in der Regel eine Stärke von 1,6mm. Dünner, sollte das Piercing nicht gestochen werden, dickere Stärken sind aber durchaus möglich. Allerdings gibt es ohnehin im „Standartmaß“ 1,6mm die größte Schmuckauswahl. Speziell der Schmuck für den Ersteinsatz sollte in einer ausreichenden Länge eingesetzt werden, die Kugeln sitzen also nicht genau auf den Enden des Stichkanals sondern lassen etwas Platz für evtl. auftretende Schwellungen.

Die Pflege Wie bei fast allen Piercings gilt es auch besonders beim Bauchnabelpiercing die Pflegeanleitung penibel zu beachten. So sollte das verwendete Pflegemittel nicht im Übermaß, aber auch nicht zu sparsam angewendet werden. Ebenso sollten verschiedene Pflegemittel und Pflegemethoden nicht gemischt werden und ein Wechsel des Mittels nur nach Absprache / Rücksprache mit dem Piercer vorgenommen werden. Verschiedene Präparate können sich in ihrer Wirkung durchaus aufheben oder sogar Hautverfärbungen oder Reizungen verursachen. Pflegemittel auf Alkoholbasis sollten nicht verwendet werden, diese trockenen die Haut aus und sind sehr „scharf“. Der Nabel sollte stets sauber gehalten und das Piercing in die tägliche Körperpflege mit einbezogen werden. Evtl. auftretende Verkrustungen nicht wegkratzen sondern mit Pflegemittel einsprühen, aufweichen und abspülen. Bei Bedarf kann das frische Piercing tagsüber abgeklebt werden um es vor Verunreinigungen zu schützen. Das neue Piercing ist noch kein Schmuck, der offen zur Schau getragen werden kann. Mindestens in der erster Zeit sollte das Piercing geschützt bleiben. Wenn möglich sollte zum Abkleben ein steriles hypoallergenes Pflaster verwendet werden. Die Verheilzeit ist wie so vieles abhängig vom Alter, Immunsystem, Gesundheitszustand, Pflege, Körperhygiene und der Belastung des Nabels. Die Zeit bis das Piercing tatsächlich ausgeheilt ist und sich ein stabiler Stichkanal gebildet hat liegt bei 6 Monaten. In Ausnahmefällen oder bei Komplikationen sicher auch bis zu einem Jahr. Der erste Schmuckwechsel sollte bei einem Kontrolltermin im Studio durch den Piercer erfolgen. Der kann den richtigen Zeitpunkt für einen ersten Wechsel beurteilen und feststellen wie gut das Piercing bis dahin verheilt ist. Dieser erste Wechsel sollte aber frühestens nach 6 bis 8 Wochen vorgenommen werden.

Die besondere Belastung

Wie bereits in der Einleitung zum Artikel erwähnt ist das Bauchnabelpiercing ein Piercing in einer sehr beanspruchten Region der Körpermitte und deshalb kein „einfaches“ Piercing. Der Bauchnabel liegt mitten auf der Bauchdecke direkt über der Bauchmuskulatur, die zahlreiche Funktionen bei nahezu jeder Bewegung des Körpers ausführt. Dabei wird die Haut in der das Piercing sitzt oft gestaucht und gestreckt – das Piercing hat also kaum Ruhe. Zusätzlich sorgt Sport für erhöhten „Bewegungs-Stress“, es ist also nicht verkehrt wenigstens in der ersten Zeit nach dem Piercen die sportlichen Aktivitäten einzuschränken. Schwimmen und Sauna sind ja auch erst einmal tabu! Eine weitere Belastung ist die Kleidung – gerade falsche Kleidung die zu eng anliegt, große Gürtel oder grobmaschige Wäsche die sich im Piering verfängt sorgt schnell für einen Rückschlag in der Heilphase. Es sollte also darauf geachtet werden das man weite Kleidung trägt und das Piercing immer etwas „Luft“ hat und nicht an der Kleidung reibt oder hängen bleibt. Selbstverständlich sollte auf die Sauberkeit der Kleidung, Handtücher und Bettwäsche geachtet werden – aber wer tut das nicht ohnehin schon im täglichen Leben!? Eine weitere besondere Belastung ist die leichte Erreichbarkeit des Piercings. Es verführt geradezu dazu es immer mal zu „Kontrollieren“, anzufassen oder es Freunden zu präsentieren. Damit sollte man sich wenigstens zu Beginn zurückhalten. Die Hände sind einer der größten Schmutzträger und Keimherde unseres Körpers – sie kommen den Tag über mit anderen Leuten und zahlreichen Gegenständen in Kontakt und nehmen von jedem etwas mit. Deswegen ist es ganz wichtig sich immer die Hände ordentlich zu waschen bevor man an das frische Piercing fasst. Generell sollte der Kontakt mit dem Piercing auf die tägliche Pflege beschränkt sein. Auch der Kontakt zu anderen Personen sollte sich in erster Zeit auf Körperregionen abseits des frischen Piercings beschränken. Zu guter Letzt gibt es noch die Belastung durch Kontakt mit Kosmetikprodukten. Für die Pflege des Piercings sind die Mittel und Wege wie zuvor beschrieben ausreichend und man sollte auf Bodylotions oder Bräunungscreme und ähnliches erstmal verzichten.

Der Schmuck

Für vermutlich kein anderes Piercing gibt es eine derart große Schmuckauswahl wie für das Bauchnabelpiercing. Die Palette geht von Ringen und Spiralen bis zu gebogenen Stäben und Bananas jede Schmuckart gibt es dann noch mit den verschiedensten Kristallen, Motiven und Farben. Eine Auswahl die dazu einlädt öfters mal zu wechseln. Doch hier liegt auch eine Gefahr – jeder Wechsel sollte sorgfältig und vorsichtig ausgeführt und nicht zur Routine werden. Verletzungen des Stichkanals sind immer mit Reizungen und sogar Entzündungen verbunden, was nicht sehr angenehm ist. Ein guter Tipp für den Schmuckwechsel ist die Verwendung eines Pflegemittels wie z.B. Octenisept als „Gleitmittel“ das gleichzeitig den Stichkanal pflegt. Vorher drauf achten das der Schmuck sauber ist und auf jeden Fall sorgfältig die Hände waschen. Auch die Qualität und Unversehrtheit des Schmucks ist zu beachten. Schlechter Schmuck hat oft ein scharfes Gewinde, welches den Stichkanal beim einführen aufreißen und verletzen kann. Von solchem Schmuck ist abzuraten und dieser sollte sofort reklamiert werden. Ein weiterer sehr entscheidender Faktor für den Erhalt seiner Schmuckstücke ist die Aufbewahrung. Der Abgelegte Schmuck und die mit der Zeit sicher entstandene „Schmucksammlung“ muss sorgfältig aufgehoben werden. Auf keinen Fall den „Ersatzstecker“ in der Geldbörse aufbewahren. In Kontakt mit Geldmünzen oder anderen Schmuckstücken kommt es schnell zu Macken und Kratzern. Diese sind nicht nur ideal für Ablagerungen sondern können auch den Stichkanal reizen oder gar verletzen. Oft unterschätzt wird leider auch die Alltagstauglichkeit vieler Schmuckstücke. Vergleichen wir es doch einmal mit unser Kleidung, die wir zu den verschiedensten Gelegenheiten wechseln. Niemand würde auf die Idee kommen ein Abendkleid jeden Tag auf der Arbeit und beim Sport anzuziehen. Oder den feinen Kaschmir Pulli bei der Autowäsche oder beim Renovieren zu tragen. Genau so verhält es sich mit modischem Piercingschmuck, jedes Schmuckstück hat sein Einsatzgebiet und Limits. So sind einige Schmuckstücke wegen ihres Materials nicht für den Ersteinsatz geeignet und andere nicht für das dauerhafte Tragen. Als Zweitschmuck alltagstauglich sind z.B. offene oder geschlossene Ringe mit verschiedenen Verschlüssen, Bananas egal ob mit oder ohne Stein und auch kleine und leichte Anhänger sind oft kein Problem. Glatte und in sich geschlossene Schmuckstücke bieten kaum „Haken und Ösen“ um sich mit der Kleidung darin zu verfangen. Wenn keine Allergie besteht ist, was das Material angeht, kaum eine Grenze gesetzt. Egal ob Titan, Weiß-, Gelbgold, Stahl oder PTFE, diese Materialien ergeben auch beim täglichen tragen keine Probleme. Ganz anders sieht es bei aufwendigem und filigran gearbeitetem Schmuck aus – hier ist äußerste Vorsicht mit der Kleidung geboten! Solche Schmuckstücke sind für den dauerhaften Einsatz weniger geeignet, weil mit der täglichen Routine auch die Unachtsamkeit kommt und ein kurzer Ruck oder ein Hängenbleiben kann schon genügen damit der Stichkanal verletzt wird. Ebenfalls sehr schön aber weniger alltagstauglich sind Schmuckstücke mit langen Ketten, großen oder spitzen Anhängern weil diese meist eher unbequem zu tragen sind (z.B. im Bett). Auch hochwertiger, sehr aufwendig gearbeiteter Schmuck, wie z.B. große Motivbananen, besetzt mit zahlreichen Kristallen, sind nicht unbedingt etwas für jede Lebenslage und den dauerhaften Einsatz. Meist schon durch das Gewicht wird der Stichkanal gereizt und mit der Zeit ergibt sich ein unbequemes Tragegefühl. Darüber hinaus sind teils auch die Materialien (Klebung, Fassung …) nicht jeder Umgebung gewachsen. Von der heissen Dusche raus in die Kälte; vom Schweißbad beim Sport in die Hitze der Sauna; das macht so manchem Schmuckstück schwer zu schaffen. Dann werden Kristalle trüb oder fallen aus der Fassung. Deshalb sind solche Schmuckstücke eher für den Ausgehabend oder den besonderen Moment geeignet und sollten gut für diesen Einsatz aufbewahrt werden, damit sie dann in ganzer Pracht strahlen können. Das gilt besonders auch für Silberschmuck oder Schmuck mit Silberkomponenten dieser läuft schnell an und verliert seinen Glanz. Beherzigt man all diese Tipps zur Pflege und Umgang mit dem Bauchnabelpiercing und „organisiert“ seinen Schmuckeinsatz für jede Situation, wird man sicher eine Menge Freude mit diesem Piercing haben. Denn ein gesundes Bauchnabelpiercing hat durchaus einen erotischen Reiz und ist ein echter Blickfang.

Nabelformen (seitliche Ansicht)

  • a) stark herausstehender Nabel
  • b) leicht herausstehender Nabel
  • c) oberer Rand des Nabels ist leit nach innen fallend und der untere Bereich ist leicht nach außen gewölbt
  • d) gleichmäßig nach innen geformter Nabel
  • e) gleichmäßig nach innen geformter Nabel mit einer ausgeprägten Nabelfalte am oberen Rand
  • f) leicht nach innen geformter Nabel
  • g) gleichmäßig nach innen geformter Nabel mit einer ausgeprägten Nabelfalte am unteren Rand (frontal Ansicht)
  1. Nabel mit mittig liegender Hautfalte am oberen Rand, der Nabel befindet sich zentriert auf der Körperachse
  2. Nabel mit rechts oder links liegender Hautfalte am oberen Rand, der Nabel befindet sich seitlich der Körperachse
  3. Nabel mit mittig liegender Hautfalte am unteren Rand, der Nabel befindet sich zentriert auf der Körperachse
  4. runder Nabel ohne Hautfalte, der Nabel ist mittig auf der Körperachse
  5. seitlich (links oder rechts) nach unten versetzter Nabel mit Hautfalte im oberen Bereich.
  6. ovale Nabelform mit Hautfalten im inneren Bereich des Nabels
  7. ungleichmäßige Nabelform mit Hautfalten im inneren Nabelbereich

 

Die für ein Bauchnabelpiercing wohl am besten geeignete Nabelform ist die Kombination e/1. Dort liegt die Hautfalte mittig über der Nabelvertiefung im Verlauf der Körperachse und bietet somit optimal Platz für den Schmuck. Bei den Nabelformen a, b, c oder f ist in den meisten Fällen von einem Piercing abzuraten. Es ist nicht unmöglich, aber es kann davon ausgegangen werden, das ein Piercing während der Heilphase „herauswandert“ oder der Stichkanal sich dem Druck des umliegenden Gewebes entsprechend verändert – ein schiefes Piercing oder ein stark verkürzter Stichkanal wäre das Ergebnis. Durch die flache Ausprägung des Nabels ist die Spannung und der Druck sogar zu stark und das Piercing wächst heraus. Bei den Nabelformen 2, 5, 6 oder 7 sollte der Schmuck unter Berücksichtigung der Form und der Körperachse eingesetzt werden – die optische Mitte kann durchaus neben der Körperachse liegen.

Marcus, Thorsten, Ink

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