SusCon Italia 2008

Der APTPI (italienischer Piercer- und Tätowierer-Verband) veranstaltet in
Italien einmal im Jahr – immer Anfang September – mit rund fünfzig Suspensions
eine der größten SusCons (Suspension Convention) in Europa.

Nachdem die letzten Jahre in Amelia, also mitten auf dem Land, stattfanden, verlegte man dieses Jahr den Event auf eine Insel vor Venedig. Das machte den Veranstaltungsort nicht nur leichter erreichbar, sondern bot natürlich auch den Reiz einen kleinen Venedig-Urlaub anzuschließen. Die Location selbst hatte sich kaum geändert: gehangen wurde (wie auch die Jahre zuvor in Amelia) an einem riesigen Baum, was schon etwas sehr angenehmes ist – da dieser mitschwingt und sein ganz eigenes Feeling hat – mal ganz davon abgesehen, dass man bei bestem Wetter draußen an der frischen (in diesem Fall See-)Luft war. Der Baum dieses Jahr war mit drei Hängepunkten groß genug um die angestrebte Zahl von über fünfzig Suspensions an drei Tagen zu schaffen. Für das Stechen und die Aftercare gab es im Gasthaus (das gleichzeitig das Hotel war in dem die meisten Teilnehmer auch übernachteten) einen direkt per Tür zum Garten erreichbaren Raum in dem separat die Aftercare- und Piercing-Liegen aufgestellt waren. Das generelle Setup der Italian Sus- Con erinnert sehr an die Oslo SusCon – kein Wunder: holt man doch schon seit vier Jahren (so lange gibt es diesen Event bereits) das Team von Wings of Desire aus Norwegen als Unterstützung nach Italien. Das Ganze fing wie jedes Jahr Sonntag gegen Mittag mit einem Seminar bzw. einem Vortrag zu Suspension allgemein und die SusCon im Speziellen an. Dort wurde auch, ähnlich wie in Oslo, festgelegt wer, wann und in welcher Suspension hängen will, sodass sich ein grober Ablaufplan erstellen ließ. Dann ging es auch schon an die Haken und die ersten knapp zehn Suspensions fanden bis in den Abend gegen 20 Uhr statt als dann erst einmal Schicht war und es zum gemütlichen Kennenlern- Abendessen ging. Der nächste Tag sollte länger werden und es wurde von 10 Uhr morgens bis nach 22 Uhr in über 20 Suspensions gehangen. Tag drei war dann wieder etwas kürzer; nachdem es knapp 20 Suspensions gegeben hatte, begann gegen 18 Uhr schon der Abbau.

Da sich jede neue Location einem Vergleich mit der alten stellen muss, wollen wir das an dieser Stelle nicht auslassen – ganz vorweg ein großer Minuspunkt (für den die Veranstalter nichts konnten): es wimmelte das ganze Wochenende nur so vor Mücken. Durch das Wetter begünstigt gab es massig Mücken, die sich aber dank der bereitgestellten Kerzen, Sprays und Körperlotionen einigermaßen auf Abstand halten ließen. So etwas muss man aber wohl einkalkulieren bzw. akzeptieren, wenn man Suspensions draußen in der Natur machen will. Ein anderer Nachteil war das Essen – das war in Amelia dank Bio – Bauernhof mit eigener Olivenöl- und Weinproduktion früher deutlich besser.

In Venedig erinnerte das Essen ein wenig an das „normale“ Touri- Essen – zwar lecker italienisch, aber nichts wirklich Besonderes. Ansonsten war die Location verkehrstechnisch eine Verbesserung, auch wenn es nur per Boot auf die Insel ging – was in Venedig ja kein Problem darstellt. Der Baum und die Location waren auf jeden Fall gleichwertig, wobei das Hotel über mehr Zimmer verfügte, was den angenehmen sozialen Aspekt mit sich brachte, dass die Nächte lang waren und man die anderen Teilnehmer noch besser kennen lernen konnte. Highlights gab es wie auf jeder SusCon zahlreiche – egal ob es die actionreichen Spinning-Beam-Suspensions waren bei der zwei Personen jeweils an einem Ende eines Balkens hängend miteinander agieren – oder die Static Riggings an den Ästen des Baums, wo nur der Wind für ein wenig Bewegung sorgte. Beim Static Rigging wird kein Flaschenzug verwendet. Der Hängende wird auf einem Tisch liegend, Stuhl sitzend oder einfach nur normal stehend in der späteren Hängeposition an statischen Punkten befestigt und dann wird durch die Wegnahme des Tisches, Stuhls oder das Aufhängen der Beine am Schluss die Suspension erreicht. Es ist schwer Highlights heraus zu picken, deswegen lassen wir an dieser Stelle lieber die Bilder sprechen.

Auf jeden Fall haben das APTPI-Team und die zahlreichen Helfer aus allen Teilen der Welt wieder einen sehr schönen Event auf die Beine gestellt und wir können allen Suspension-Interessierten nur die nächste Italien SusCon 2009 empfehlen – sie ist sicher jede Reise wert und viel mehr noch: sie kann garantiert ideal mit einem Italien-Urlaub verbunden werden!

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